Burgruine Boyneburg

Die Boyneburg wurde vermutlich im 11. Jh. von den Grafen von Northeim errichtet.

Bereits 1107 urkundlich erwähnt wurde, liegt sie auf der Ringgau-Hochfläche. Die Burg umfasste früher rund 4,5 ha der teils unbewaldeten Bergkuppelfläche.

Heute findet man nur noch zwei Seiten des ehemals fünfeckigen Bergfrieds und ein 1953 restauriertes Torhaus, in dem ein Teil der Kapelle erkennbar ist.

Am 11. Mai 1292 übertrug Landgraf Heinrich I. von Hessen die Burg an König Adolf von Nassau. Infolgedessen belehnte König von Nassau den Landgrafen von Hessen mit der Boyneburg sowie der Stadt Eschwege. Durch diese Belehnung erhielt der Landgraf von Hessen die Reichsfürstenwürde, die seiner Familie über Jahrhunderte die Vorherrschaft in Hessen sicherte.

Es ist belegt, dass Kaiser Barbarossa einige Male auf der Burg war. Er hielt sogar einen Reichstag auf der Burg ab. Die Boyneburg war auch der Ort von dem aus er zu seinem dritten und letzten Kreuzzug aufbrach, bei dem er verstarb. Aufgrund dieses geschichtlichen Hintergrunds führt heute der Weitwanderweg X8 Barbarossaweg an der Burgruine Boyneburg vorbei.

Im Jahr 1637 wurde die Boyneburg von Kroaten in Brand gesetzt, danach besserte man die Burg notdürftig aus. Dennoch war sie bis 1672 mit einem Vogt besetzt, ehe sie dann endgültig verlassen wurde und als Steinbruch für die Bevölkerung der Umgebung diente.

Das Burgareal steht unter Denkmalschutz und durch die Bedeutung für die Reichs- und Landesgeschichte fanden bereits etliche archäologische Ausgrabungen statt.

An jedem Himmelfahrtstag wird auf der Burg das Brotspendefest zu Ehren des sagenumwobenen Fräuleins von Boyneburg gefeiert. Sie soll in ihrem Testament bestimmt haben, dass an ihrem Todestage die ganze Gemeinde gespeist und beschenkt werden sollte.

Das Schloss Boyneburg liegt am Fuße des Berges in Wichmannshausen. In dessen Inneren wurde ein Heimatmuseum errichtet, in dem man interessante Informationen über das frühere bäuerliche Leben der Region erhält.

Die Burgruine ist frei zugänglich. Mehr Informationen und die Texte des reichen Sagenschatzes unter www.sontra.net/sites/boyneburg.html